SCHMITTA – Veränderungen bei Rechowot


Aber im siebten Jahr soll ein ganz feierlicher Sabbat
für das Land sein; ein Sabbat dem HERRN.
Dein Feld sollst du nicht besäen
und deinen Weinberg nicht beschneiden, 
den Nachwuchs deiner Ernte sollst du nicht einernten,
und die Trauben deines unbeschnittenen Weinstocks
sollst du nicht abschneiden.
Ein Jahr der Sabbatfeier soll es für das Land sein.

(3 Mose 25:4+5)

Am Abend des 6. September begann für das jüdische Volk das neue Jahr “5782”. Nach biblischer Ordnung handelt es sich dabei um ein sogenanntes “Schmitta-Jahr”, ein Sabbatjahr, das alle sieben Jahre “angeordnet” ist. Ein Jahr, in dem das Land brach liegen gelassen werden soll und Schulden erlassen werden (3 Mo 25,4ff; 5 Mo 15). Eine Zeit der Ruhe, der Wiederherstellung, des Schulderlasses und des Vertrauens auf Gottes Versorgung.

Für uns als Rechowot fällt der Beginn dieses besonderen Zeitabschnitts in den Abschluss einer langen Phase des schmerzvollen Ringens. Durch verschiedene Ereignisse und Entwicklungen der letzten beiden Jahre, die für uns sehr schwer und auch schmerzhaft waren und sind, stehen wir mit unserer lokalen Arbeit an einem Punkt, von dem aus, wir nicht “einfach so” weitergehen können. Wir empfinden, es ist Zeit, dem Herrn dieses lokale “Rechowot-Land” zurückzugeben, brach liegen zu lassen und diesen Bereich der Rechowot-Arbeit zunächst einmal zu einem Ende zu führen. Freizulassen, loszulassen und auch selber “Erlass”  empfangen zu dürfen. Dieser Schritt fällt uns nicht leicht, aber wir wissen, dass wir unserem wunderbaren Herrn und Versorger darin vertrauen dürfen. Dem Herrn, unserem Gott, der uns gesegnet hat, wie Er zu uns geredet hat … (5 Mose 5:6) 

Schmitta „das Brachlassen des Landes im Schabbatjahr, ist die große öffentliche Proklamierung Gottes als Herren und Eigentümers des Landes“ (Rabbiner S.R. Hirsch). Es wird als „eine Weiterung des Grundgedankens des Schabbatgebots“ angesehen, dessen Sinn sei, „nicht das Letzte herauszuholen – aus den Ressourcen der Erde nicht, aus dem Kapital nicht, aus der Arbeitskraft der Anderen nicht und aus der eigenen auch nicht“ (J. Ebach).

In unserem Ringen und Beten um die Zukunft unserer lokalen Arbeit, begann der Herr im Juli zu unseren Herzen über “Schmitta” zu sprechen – und in uns festigte sich die Gewissheit, dass es das ist, worin Er uns jetzt begegnen möchte, und das, in was Er uns jetzt hineinführen will. Es geht dabei nicht um ein Jahr oder einen bestimmten festgesetzten Zeitabschnitt, sondern um diesen Akt des gehorsamen und bewussten Loslassens und Zurückgebens an Ihn als den Herrn und Eigentümer dieses Landes – auch, um wieder frei und fähig sein zu können, Neues, das Er bereit hält, in Empfang zu nehmen.

Was bedeutet das praktisch?

Dienst-/Arbeitsbereiche

Praktisch bedeutet dies, dass wir mit Ende dieses Quartals die lokale Rechowot-Arbeit zunächst beenden werden. Dies umfasst die Hauskirchen- und auch die lokale Gebetshausarbeit. 

Das Arbeitsfeld von Rechowot wird sich dadurch in der kommenden Phase primär auf die Unterstützung anderer Dienste fokussieren. Was wir in diesem Bereich in der Vergangenheit bereits getan haben, werden wir fortsetzen und Geplantes weiter umsetzen. Wir vertrauen auch darin weiterhin der Führung des Heiligen Geistes. Zu diesem Bereich gehören unter anderem:

  • Tanja’s Mitarbeit im Redaktions-Team des monatlichen Wächterruf-Gebetsbriefs
  • Praktische Unterstützung anderer Dienste – hierzu gehört zum Beispiel auch der Support rund um die Freundesbriefe einer Arbeit in Israel: Layout/Grafik, Versand (Mail und Post) und Übersetzung. 
  • Finanzielle Unterstützung verschiedener Projekte und Dienste im In- und Ausland. Hier sind es zwei Projekte, die wir  seit vielen Jahren (und auch weiterhin) monatlich finanziell unterstützen: ein missionarisches Projekt im Osten Deutschlands und eine Arbeit in Israel.
    Darüber hinaus unterstützen wir immer wieder Projekte unter Verfolgten Christen, sowie andere missionarische oder soziale Projekte verschiedener christlicher Organisationen.
  • Beratung/Coaching
  • geistliche Dienste/Schulungsdienst
  • Medien: Der ganze Bereich von Medien (Bücher, Workbooks, Postkarten, Notizbücher etc.) wird ebenfalls bestehen bleiben. – Nicht nur der Verkauf vorhandener Publikationen über unseren Medien-Shop. Wir haben auch auf dem Herzen, wieder zu schreiben und zu publizieren … und auch weitere Postkarten-Motive etc. herauszugeben.
    Auch unser Shop “T-Shirts & mehr” wird weiterhin aktiv bleiben und mit neuen Bekenner-Motiven bestückt. Auch hier lohnt es sich, immer wieder vorbeizuschauen 😉
  • Einsätze in Israel: was eigentlich für Anfang dieses Jahres für eine Dauer von 3 Monate geplant und aufgrund des Corona-Einreiseverbots nicht möglich war, werden wir in der kommende Zeit nachholen: nicht am Stück, sondern in zwei mehrwöchigen Teilen werden wir ein Arbeit in Israel ganz praktisch unterstützen, werden dort auch Gebet mit den Leitern vor Ort stehen und freuen uns, auch geistlich zu dienen.  

Das Rechowot-Haus in Hülben

In den letzten 5 Jahren hatte unsere lokale Arbeit ihr Zuhause in der Doppelhaushälfte, die wir als Verein im Neubau-Gebiet Schlehenäcker in Hülben gebaut haben. Die geringe Auslastung dieses Hauses bewegt uns schon seit einiger Zeit, und es fällt uns schwer, dies weiter so zu verantworten. Im Zusammenhang mit dem Brachliegenlassen der lokalen Arbeit auf Ende September sind wir im Moment noch in der Prüfungs- und Entscheidungsphase, ob wir das Haus vermieten (ganz oder teilweise) oder einen Verkauf anstreben sollen. Nicht nur angesichts der monatlichen Kreditkosten wollen wir nicht, dass es kaum- oder gar ungenutzt leer steht. Stattdessen freuen wir uns, wenn dieses schön gelegene, neue Wohnhaus in absehbarer Zeit mit Leben erfüllt und zu einer Heimat werden kann.

In all dem ist es unser Herzensanliegen, dass der Wille des Herrn geschieht und dass, was wir tun, zu Seiner Ehre dient.

Wir danken all denjenigen von Euch, die mit dem Lesen dieses Beitrags bis hierher durchgehalten haben, um zu hören, was uns bewegt, an welchem Punkt wir stehen und wie es mit Rechowot zunächst weitergehen wird.

Wir danken euch allen für eure Verbundenheit und euer Mit-Uns-Stehen in den vergangenen, nunmehr fast 12 Rechowot-Jahren. Wir sind dankbar für alles, was der Herr in diesen 12 Jahren gewirkt hat und wo wir ein Stück weit daran mitwirken durften, dass Sein Segen fließt und Menschenleben, und auch diese Region, berührt wurden. – Und wir sind dankbar für all diejenigen von euch, die mit uns nun auch in diese neue Phase mit hineingehen und als Freunde an unserer Seite bleiben.

In Jesu Liebe verbunden,